Heilpädagogische Begleitung im gemeinsamen Wohnen

Es gibt verschiedenste Gründe, warum das Leben für Kinder und Jugendliche in der gewohnten Familiensituation manchmal nicht mehr möglich ist: persönliche Entwicklungsstörungen, schulverweigerndes Verhalten, individuelle Diagnosen wie AD(H)S, Störung der sozialen Anpassung, Bindungsstörungen oder autistische Verhaltensweisen. Bisweilen benötigen auch Eltern Zeit, um selbst zur Ruhe zu kommen und für sich und ihr Kind einen neuen Weg zu finden.

Wir haben Heilpädagogische Wohngruppen und Beschulung für Kinder und Jugendliche ab dem sechsten Lebensjahr bis zum Beginn der Berufsausbildung. In unseren Erziehungsstellen bieten wir Kindern ab zwei Jahren einen Platz. Wir fördern die Entwicklung von Anfang an. Als Berater und Begleiter helfen wir jungen Menschen dabei, eigene Ziele und Wege zu finden.

Heilpädagogische Wohngruppen können viel bewirken

Ziel der Heilpädagogischen Wohngruppen in Augsburg und der Erziehungsstellen in der Region ist es, die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen zu stabilisieren und ganzheitlich zu fördern. In der strukturierten heilpädagogischen Umgebung kümmern sich Fachkräfte darum, die psychische Gesundheit zu fördern. Störungen und Entwicklungsdefizite, auch im Familiensystem, können überwunden werden. Die jungen Menschen lernen, ihre seelische Beeinträchtigung zu akzeptieren und eine angemessene Lern- und Arbeitsfähigkeit zu erreichen.

Viele Wege führen zum Ziel

Die Heilpädagogischen Wohngruppen in Augsburg und die Erziehungsstellen in der Region umfassen eine Vielzahl an Möglichkeiten, die dem jungen Menschen helfen, seinen Weg zu finden.

Lebenswelt in einem heilpädagogischen Umfeld

Ermöglicht, soziale Wahrnehmung, soziale Fertigkeiten und persönliche Kompetenzen einzuüben.

Kleingruppen

Erlauben soziales Lernen.

Erlebnispädagogische Projekte

Fördern die Selbstwirksamkeit und schaffen positive Erlebnisse.

Einzel- und Gruppengespräche

Dienen dazu, den individuellen Fortschritt und die persönliche Zielplanung des Kindes zu besprechen.

Psychotherapeutische oder psychiatrische Begleitung

Für die psychische Gesundheit.

Intensive Einbeziehung und individuelle Beratung der Eltern

Erziehung gelingt zusammen mit den Eltern.

Passende Beschulung an der Frère-Roger-Schule oder in anderen, nahe gelegenen Schulformen

Fördert die soziale und emotionale Entwicklung sowie den Weg zum erfolgreichen Schulabschluss.

Systematische Vernetzung

Für eine ganzheitliche Betreuung: Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, der Agentur für Arbeit, den stadtteilbezogenen Angeboten der offenen Jugendarbeit und den Vereinen sowie Therapeuten und Fachärzten.

Unsere Heilpädagogischen Jugendwohngruppen in Bildern

Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck.

Überblick über unsere Heilpädagogischen Wohngruppen in Augsburg sowie die Erziehungsstellen in der Region

Das Frère-Roger-Kinderzentrum bietet folgende spezielle heilpädagogische Wohnformen an:

Die Wohngruppe „Wilde 13“ ist ein wichtiger Baustein in unserem Betreuungssetting. Hier werden Autisten, Kinder mit seelischer Behinderung, mit Bindungsstörung und ADHS aufgenommen. Die Gruppe ist an fünf Tage pro Woche geöffnet. Am Wochenende leben die Kinder und Jugendlichen bei ihren Eltern.

Partizipation der Eltern

In der 5-Tage-Gruppe wird deutlich, dass Erziehung nur gemeinsam mit den Eltern gelingen kann. Die Familien der Teilnehmer müssen in der Lage sein, ihr Kind jedes Wochenende zu betreuen und mindestens einmal im Monat zum Elterngespräch zu kommen. Auch Aufgaben wie Arztbesuche und Kleiderkaufen müssen sie aktiv übernehmen. Durch das regelmäßige Holen und Bringen der Kinder entsteht ein intensiver Austausch. So können die anstehenden Erziehungsaufgaben gemeinsam bewältigt werden: zusammen mit Eltern, Kindern und Gruppenpädagogen.

Partizipation des Kindes

Für ein gutes Gelingen müssen sich auch die Kinder bereit zeigen, aktiv am Hilfeprozess mitzuarbeiten. Wir motivieren sie, sich an bestimmten Entscheidungen, die die Gruppe betreffen, zu beteiligen. Nach einer Konfliktsituation bearbeitet die gesamte Gruppe den Konflikt Schritt für Schritt. Zwei bis dreimal im Jahr fahren die Kinder der „Wilden 13“ mit Betreuern zu einer Fortbildung. Themen sind zum Beispiel der Umgang mit Medien, die Übernahme von Verantwortung oder Gewaltprävention.

Ziel ist es, das Kind oder den Jugendlichen langsam wieder in das familiäre Setting zurückzuführen. Ist dies aufgrund der persönlichen Situation von Eltern oder Kind nicht möglich, finden wir, gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt, eine andere Form der Betreuung finden.

Diese betreute Wohnform hilft Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Voraussetzung ist, dass sie eine Schule besuchen oder in einer Berufsausbildung stehen. In der AWG lernen sie, einem geregelten Tagesablauf nachzugehen und später in einer eigenen Wohnung selbstständig zu leben. Die heilpädagogische Begleitung und Förderung hilft ihnen, ihre Schul- und Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Bei Krisen in der Familie finden sie in der AWG die nötige Ruhe, um für sich und nach Möglichkeit gemeinsam mit ihren Eltern einen Weg in das Erwachsenwerden zu finden. Unser Betreuungsangebot umfasst ein aktives lebenspraktisches Training. Dabei üben die Jugendlichen, ihre Einkäufe selbst zu planen, zu kochen und zu putzen, aber auch ihre Finanzen zu kontrollieren. Außerdem lernen sie, Verantwortung im Gruppenalltag zu übernehmen. Den individuellen Fortschritt und die persönlichen Ziele des Jugendlichen besprechen wir regelmäßig in Einzel- und Gruppengesprächen. In internen und externen Apartments gelingt schließlich schrittweise der Übergang ins eigene Wohnen, mit so viel pädagogischer Betreuung wie nötig.

In dieser betreuten Gruppe gehen wir gezielt auf Kinder und Jugendliche mit autistischen Verhaltensweisen ein. Weitere Informationen zu unserer Expertise Autismus betreffend finden Sie hier.

In dieser betreuten Gruppe gehen wir gezielt auf Kinder und Jugendliche mit einem Trauma oder einer Bindungsstörung ein. Weitere Informationen zu unserer Expertise bei Trauma und Bindungsstörungen finden Sie hier.

In Form familiärer Betreuung nach § 34 SGB VIII werden entwicklungsbeeinträchtigte, bindungsgestörte und traumatisierte Kinder und Jugendliche ab zwei bis 18 Jahren betreut, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilie leben müssen und die einer Betreuung innerhalb eines kleinen, familiären Bezugsrahmens bedürfen. Eine Familienbetreuung ermöglicht eine intensive Beziehung zwischen dem Kind und der Betreuungsperson. Gemeinsame Alltagsbewältigung bietet die Chance, eine tragfähige Beziehung aufzubauen. Auf dieser Basis können emotionale und soziale Defizite der Kinder und Bindungsstörungen aufgearbeitet und neue Perspektiven entwickelt werden. In einer Erziehungsstelle werden höchstens zwei Kinder oder Jugendliche aufgenommen, was die Grundlage für ein Höchstmaß an Kontinuität und Überschaubarkeit bietet.

Durch das Leben in der Betreuungsstelle wird dem Kind sein Recht auf Heranwachsen in einem familiären Umfeld ermöglicht. Das Kind erfährt die Normalität des Zusammenlebens mit Erwachsenen und gegebenenfalls anderen Kindern in einer gemeinsamen Wohnung.

Die Wohnung, das Haus, der Garten und die örtliche und soziale Umgebung der Familie sind Teil dieses speziellen Betreuungssettings. Wo immer möglich sollen Kinder in örtliche Vereine und das Leben der Gemeinden integriert werden.

Die Betreuung und Förderung geschieht rund um die Uhr, entsprechend der im individuellen Hilfeplan festgelegten Zielsetzung.

In Erziehungsstellen gilt, dass die von uns angestellte Betreuungsperson über eine natürliche und gesunde Elternkompetenz und die nötige fachliche Ausbildung verfügt. Jedes Kind und jede Betreuungsstelle wird durch eine Mitarbeiterin mit heilpädagogischer oder psychologischer Qualifikation eng betreut.

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