Aktuelles Detail

28.06.2017

Kurt-Hahn-Pokal 2017

Fortsetzung des erlebnispädagogischen Wettbewerbs

Wieder einmal hieß es: Wir wollen mitmachen beim bundesweiten Kurt-Hahn Pokal. Es handelte sich hier um die Fortsetzung des erlebnispädagogischen Wettbewerbs, dessen Ziel es war, mit durch Sport und Teamgeist erworbenen Talern und Münzen, eine „Kathedrale“ zu bauen.

Trotz des Wissens, dass es sehr, sehr anstrengend werden wird, wollten drei der Jungs der TWG Leuchtturm, die bereits im September 2016 dabei waren, unbedingt wieder mit.

Den vierten Platz konnten wir schnell und unproblematisch mit einem Jugendlichen aus einer Maßnahme besetzen. Für Vorbereitungen war dann nicht mehr viel Zeit, und wir fuhren am 24. Mai bei strahlendem Sonnenschein Richtung Pottenstein in der Fränkischen Schweiz.

Hier gab es dann auch gleich volles Programm. Noch am selben Abend gab es erste Wettkampf-Spiele, die mit Teamgeist und Geschick absolviert werden konnten.  Spätabends dann die erste Nacht in den Zelten. Zwei der Jugendlichen hatten noch nie vorher in einem Zelt geschlafen und in der ersten Nacht kaum ein Auge zugetan.
Das half alles nichts, wie immer am Kurt Hahn kam morgens um 6.30 Uhr das freundliche und fröhliche Wecken durch Daniel M., einen der Veranstalter.

Nach dem Frühstück hieß es dann auch gleich 5 km wandern – Ziel waren an diesem Tag die Spielstationen. Es war viel Kooperation und Kommunikation gefragt und es stellte sich auch gleich heraus, dass die Gruppe hier viel Nachholbedarf hatte.  Gegenseitiges Anfeuern und Zusammenarbeit konnten an diesem Tag ausgiebig geübt werden. Schlaflosigkeit in dieser Nacht war dann kein Thema mehr – die Jungs waren nach 14 Stunden auf den Beinen verdient müde.

Auch der nächste Tag hatte wenig Pausen. Mit dem Rad ging es 10 km weit zu einem großen Kletterfelsen. Hier waren verschiedene Klettereinheiten vorbereitet und es ging über viele Stunden an einem ebenfalls eigens angelegten Klettersteig auf und ab. Enge Risse und verzwickte Stellen waren zu überwinden.
Trotz vieler geäußerter Ängste und Zweifel über das eigene Können konnten vor allem zwei der Jugendlichen feststellen, dass sie viel, viel mehr konnten, als sie sich selbst zugetraut hatten. Entsprechend stolz waren sie dann auch auf sich - keiner hatte aufgegeben und alle kamen am Ziel an.

Aber auch hier zeigte sich wieder, dass vor allem die beiden anderen noch immer viel zu oft damit beschäftigt waren, sich gegenseitig zu kritisieren, als anzufeuern. Dies wurde dann auch entsprechend negativ gewertet. Positiv war aber, dass die Jungs nicht aufgaben und teilweise weit über ihre Grenzen gingen.

Die am nächsten Tag stattfindende 75 km lange Radtour war dann der Höhepunkt der Herausforderungen für unsere Gruppe. Die Jungs waren inzwischen routiniert: Frühstück holen, Ausrüstung herrichten, abfahrtbereit sein, hatte sich inzwischen gut eingespielt, und sie gingen gut gelaunt an den Start.

Im Laufe des Tages wurde es dann immer wärmer, die Jugendlichen trauten sich zu, Anwohner der Strecke nach Wasser und Weg zu fragen und erhielten durchwegs positive Rückmeldungen. Es gab über weite Zeiträume hin gemeinsames Fahren mit anderen Gruppen, was die Jugendlichen sehr genossen.

Es gab aber auch Reifenpannen und falsch eingeschlagene Wege, das Ziel „Ankunft am Lagerplatz“ konnte an diesem Tag nicht ganz erreicht werden. Die Leistung der Jungs war trotzdem sehr respektabel. Sie fuhren bei fast durchgehend 30 Grad und Sonnenschein beinahe 80 km bergauf und bergab.

Zwei der Teilnehmer konnten hier auch viel Teamgeist üben. Auch wenn es ihnen oftmals sehr schwer fiel, mussten sie auf die etwas Langsameren Rücksicht nehmen und auch lernen, dass es Pannen gibt und man trotzdem gute Laune und viel Spaß haben kann.

Einer der Jugendlichen knüpfte gerade an diesem Tag viel Freundschaft zu anderen. Er schob trotz eigener Müdigkeit einem Mädchen deren Rad einen langen Berg hinauf! Ein anderer gab es auf, seinen Teamkollegen Vorwürfe wegen dessen Müdigkeit zu machen und versorgte ihn stattdessen mit Essen und Getränk.

Gerade der, der sehr schnell und flott unterwegs war, erreichte dann am Abend auch seine eigenen Grenzen, ihm war nach der Ankunft im Lager übel und er wollte nur noch ins Zelt und schlafen.

Am späten Abend des vierten Tages fand dann auch die feierliche Eröffnung der „Kathedrale“ statt. Gänsehautfeeling war angesagt und vor allem A. war fasziniert, wie viel Arbeit und Mühe sich die Veranstalter für ihn und all die anderen Jugendlichen gegeben hatten.

Zum Finale am letzten Tag gab es dann auch noch einen Triathlon für die Jungs und Mädchen. Los ging es mit einer gemeinsamen Radtour aller ca. 150 Beteiligten zum Schwimmbad, anschließend  17 km Radfahren und 4 km joggen. Alle Jungs hielten auch dies durch und kamen am Ziel an. Einer war besonders schnell und kam als 6. von 120 Jugendlichen ins Ziel!!!

Die anschließende Siegerehrung und die Platzierung sahen die meisten Jungs als Nebensache, sie waren einfach nur begeistert von der Atmosphäre, von den vielen neuen Eindrücken, den vielen netten Bekanntschaften und lustigen Begebenheiten. Aber auch von ihren eigenen Erfolgen, vom Wissen, dass einige von ihnen noch nie im Leben so viel am Stück gelaufen, geradelt und geklettert waren.

So kamen wir müde, gesund, etwas ungewaschen aber glücklich am späten Sonntagabend wieder in Augsburg an!

Sabine Tonn und Peter Reitmeier