Schule in der Werkstatt

„Schule in der Werkstatt“

Welche Ziele verfolgen wir mit diesem Schulverweigerer-Projekt?

Die „Schule in der Werkstatt“ ist ein innovatives gemeinsames Projekt von Jugendhilfe und Schule mit dem Ziel, Schulverweigerern aus dem Augsburger Sozialraum Nord-West wieder in den „normalen“ Schulunterricht zu integrieren.

Die sich in der Trägerschaft des Frère-Roger-Kinderzentrums befindliche „Schule in der Werkstatt“ ist eine bedarfsgerechte und anerkannte Maßnahme der Jugendhilfe nach § 13 SGB VIII.

Das Frère-Roger-Kinderzentrum hat bereits seit über sechs Jahren differenzierte Erfahrungen im Umgang mit der Problemstellung „Schulverweigerung“ und kann aufgrund seines innovativen Konzepts, das auf der Verbindung von Sozialarbeit und Schule beruht, große Erfolge bei der Reintegration von Schulverweigern in ihre Klassengemeinschaft vorweisen.

Die Gründe für eine Schulverweigerung sind häufig im sozialen Umfeld der Schüler zu suchen. Trauer, Tod und Verlustängste sind oftmals die Ursachen für eine Verhaltensstörung, die sich im Schulalltag manifestiert. Hinzu kommen Konflikte in der Schule mit Lehrern oder Mitschülern, die die Verweigerungshaltung der Jugendlichen verstärken. Die Schulen und der Allgemeine Sozialdienst der Stadt Augsburg (ASD) melden gemeinsam mit den Eltern Schüler bei uns an, um diese über eine Teilnahme an unserem Werkstatt-Projekt wieder zu einer vollen Teilnahme am Schulalltag zu befähigen.

In der „Schule in der Werkstatt“ versuchen wir die Schulverweigerung durch das Erleben von Selbstwirksamkeit „aufzubrechen“. Wir setzen Methoden der Kunst-/Werkpädagogik sowie der Erlebnispädagogik ein, um die Jugendlichen sich selbst als positiv und fähig erleben zu lassen.

Der Schüler bleibt dabei mehr oder weniger Schüler seiner Stammschule. Er erhält über die besondere Konzeption und Methodik der „Schule in der Werkstatt“ Stärkung und Förderung und macht dabei so positive Erfahrungen, dass er wieder Schritt für Schritt in den Unterricht seiner Stammschule zurückgeführt werden kann.

Zielsetzung unserer „Schule in der Werkstatt“ ist es, die Schüler nach einer Projektdauer von ca. einem Schuljahr wieder nachhaltig in der Klassengemeinschaft integrieren zu können.

Über die Stadtgrenzen Augsburgs hinaus, wird unsere „Schule in der Werkstatt“ auf Landes- und Bundesebene als ein innovatives, bedarfsgerechtes und pädagogisch erfolgreiches Modellprojekt bewertet.

Mit welchen Methoden versuchen wir unsere Ziele zu erreichen?


Kunst- und Werkpädagogik

Die Schüler lernen in der „Schule in der Werkstatt“ beispielsweise ein Kunstobjekt zu planen und die hierfür benötigten Materialien und Werkzeuge selbst zu organisieren. Sie bearbeiten das Kunstobjekt und steuern den kompletten Entstehungsprozess. Das erstellte Kunstobjekt wird in der Schule des Jugendlichen öffentlich ausgestellt. Der Schüler tritt dadurch für seine Mitschüler und den gesamten Klassenverband zum ersten Mal nicht mehr nur als derjenige in Erscheinung, der den Unterricht stört, sondern vielmehr als eine Person, die etwas Schönes und Kreatives für die Schulgemeinschaft geschaffen hat. Dieser Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung des Schülers durch die Schulgemeinschaft ist der Grundstein für eine erfolgreiche Wiedereingliederung in den Klassenverband.

Erlebnispädagogik

Die erlebnispädagogischen Maßnahmen orientieren sich an einem vergleichbaren Wirkungsmuster: Der Schüler sucht sich eine sportliche Aktivität – beispielsweise Klettern, Bogenschießen oder Mountainbiken – aus, die er regelmäßig ausüben möchte. Der Schüler erlernt Durchhaltevermögen und Disziplin und wird durch ein systematisches Üben zum „Experten“ in seiner jeweiligen Sportart.

Auf dieser Grundlage lädt er die Schüler „seiner“ Klasse zu einer Gemeinschaftsaktion ein, bei der er seine erworbenen Fähigkeiten - beispielsweise im Bereich Klettern oder beim Sichern anderer Schüler oder seiner Lehrkraft – vermitteln kann. Er erlebt dadurch Selbstwirksamkeit außerhalb seiner bisherigen primären Rolle als „Störenfried“. Auch bei diesem Wirkungsmuster ändert sich die Wahrnehmung der Schulgemeinschaft gegenüber dem Schüler.

Integration

Im Anschluss an diese „persönlichen Erfolge“ kann der Schüler wieder erfolgreich Schritt für Schritt in den Unterricht integriert werden. Er verbringt zunehmend weniger Zeit in der „Schule in der Werkstatt“ und mehr in seiner Regelklasse. Gleichzeitig wird er durch gezielte Nachhilfe in seinen Problemfächern und Förderunterricht durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst wieder soweit für den Unterricht gestärkt, dass die positive Entwicklung auch durch schulische Erfolge gefestigt werden kann.  

Als ein wesentliches Ergebnis des Besuchs in der „Schule in der Werkstatt“ beginnt der Schüler nun die Schule als positiver und gewinnbringender wahrzunehmen.

Wo sind wir?

Schule in der Werkstatt“
des Frère-Roger-Kinderzentrums

Schallerstraße 3
86154 Augsburg

Wer ist Ihr Ansprechpartner?

Leitung
Rüdiger von Petersdorff
Diplom-Pädagoge (Univ.)

Prälat-Bigelmair-Straße 22
86154 Augsburg

Tel: (0821) 41062 - 119
Fax: (0821) 41062 - 219

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Tobias Müller und Ulrich Lüttringhaus

Schallerstr. 3
86154 Augsburg

Tel.: (0821) 4508366
Fax: (0821) 4508368

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