Partizipation und Kinderrechte

Liebe Kinder, Jugendliche, Eltern und Angehörige,

die UN, das ist die Vereinigung aller Nationen auf der Welt, hat für alle Menschen Grundrechte erarbeitet. Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es die UN-Kinderrechtekonvention.

Alle Kinder und Jugendlichen, die im Frère-Roger-Kinderzentrum betreut und gefördert werden, sollen diese Rechte kennen, damit diese im (pädagogischen) Alltag auch gelebt werden können!

Mit hohem Arbeitseinsatz und großem Engagement haben sich die Kinder und Jugendlichen  daran gemacht, die allgemeineren Formulierungen der UN-Kinderrechtekonvention in den Alltag und in ihre Sprache „zu übersetzen“.

Das Ergebnis ist ein Kinderrechtekatalog, der unter Beteiligung aller stationären Gruppen des Frère-Roger-Kinderzentrums entstand. Alle Kinder und Jugendlichen des Frère-Roger-Kinderzentrums erhalten diesen gedruckten Kinderrechtekatalog.

Die Mitarbeit an unserem Kinderrechtekatalog war freiwillig und für alle Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter möglich. Sämtliche Fotos entstanden aus den Ideen und unter Beteiligung der Kindern und Jugendlichen unserer Einrichtung.

Einige zentrale Impulse und Aussagen

„Rechte sind etwas, auf das man sich verlassen können muss.“

„Wir Erwachsenen (Eltern und Betreuer) sind dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass diese Sicherheit für jedes Kind und jeden Jugendlichen in unserer Einrichtung gegeben ist.“

„Jedes Kind und jeder Jugendliche soll und muss Schutz erfahren, aber sich auch selbst um seine Entfaltung (Schule/Freizeit) kümmern.“

„In der Gruppe, in der Schule und im Frère-Roger-Kinderzentrum ist Eure aktive Beteiligung gewünscht und gefragt.“

 

Kinderrechtekatalog

Von und für die Kinder und Jugendlichen des Frère-Roger-Kinderzentrums erstellt:

Überlebensrechte

Recht auf körperliche und psychische Gesundheit

Um gesund zu bleiben, benötigen wir

  • gesunde Ernährung
  • Bewegung
  • regelmäßige Einnahme von notwendigen Medikamenten
  • Hygiene und ein sauberes Umfeld
  • Kleidung
  • Gewaltfreiheit
  • ärztliche Behandlung
  • ausreichend Schlaf
  • angemessener Lärmpegel
  • Gewaltfreiheit
  • respektvoller Umgang
  • Privatsphäre
  • Erholung und Rückzugsmöglichkeiten
  • Zeit, um Freunde zu treffen
  • Hilfe, wenn ich Unterstützung brauche

Recht auf körperliche Unversehrtheit

Man darf uns nicht

•    schlagen und keinerlei körperliche Gewalt  anwenden
•    einsperren
•    nötige Medikamente vorenthalten
•    zu Arbeit zwingen

 

Beteiligungsrechte

Recht auf Meinungsfreiheit, Information und Gehör

Ich habe das Recht

  • zu sagen, was ich denke
  • auf vertrauliche Gespräche
  • auf Zugang zu Informationen
  • auf freie Äußerung von Sorgen, Nöten, Ängsten und Problemen

Recht auf Gleichheit

Manchmal gibt es nicht für alle die gleichen Regeln. Trotzdem hat jeder Mensch das Recht,
gleich behandelt zu werden!

Keiner darf dich besser oder schlechter behandeln, weil du

  • ein Mädchen oder ein Junge bist
  • eine andere Hautfarbe hast
  • aus einem anderen Land kommst
  • eine andere Sprache sprichst
  • einen anderen Glauben hast
  • ein Kind oder Jugendlicher bist

Schutzrechte

Schutz vor Gewalt , Missbrauch und Ausbeutung

Was bedeutet für uns Gewalt?

  • Schlagen, Beißen, Kratzen
  • Ausdrücke, Beleidigungen
  • Drohung, Erpressung, Angst machen,  Mobbing, Dissen

Was bedeutet  Missbrauch und Ausbeutung für uns?

  • jemanden zu etwas zwingen, um selbst Nutzen daraus zu ziehen
  • ausgenutzt werden
  • beklaut werden
  • schwere  und gefährliche Arbeit

Welche Rechte können uns helfen? Das Recht auf

  • Ruhe und Privatsphäre
  • Hilfe und Respekt
  • Ein gewaltfreies Umfeld

Recht auf besondere Fürsorge bei Behinderung

Recht auf

  • ein würdevolles Leben
  • besondere Betreuung
  • ein gleichberechtigtes Teilnehmen am Leben
  • ein Mitmachen
  • die nötige Unterstützung für Erziehung, Schule und Ausbildung

Das Recht auf Privatsphäre und persönliche Ehre

Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass sein Privatleben und seine
Ehre gewahrt werden!

Da jedes Kind dieses Recht hat, müssen die Rechte der anderen Kinder
ebenso respektiert werden!

Was uns wichtig ist: (das eigene Zimmer betreffend)

  • Privatsphäre muss in jeder Hinsicht gewahrt werden
  • Höflichkeitsformen müssen gewahrt werden (Klopfen und auf Antwort warten)
  • Ohne Absprache darf das Zimmer nicht betreten werden
  • Angemessene Zimmerlautstärke wird von allen anwesenden Mitbewohnern erwartet
  • Jeder sollte die Möglichkeit haben sein Zimmer abzuschließen

Was uns noch wichtig ist:

  • Auch bei der Körperhygiene muss die Privatsphäre in jeglicher Weise gewahrt werden
  • Bad und Toilette sollten absperrbar sein
  • Bad und Toilette sollten von JEDEM sauber hinterlassen werden

„Was du nicht willst, das man dir tut, dass füg auch keinem anderen zu!“

Förderrechte

Recht auf elterliche Fürsorge

Wir haben ein Recht darauf, dass unsere Eltern

  • etwas mit uns unternehmen    (Ausflüge etc.)
  • uns zuhören (und versuchen uns zu verstehen)
  • sich gut um uns kümmern
  • für uns sorgen
  • uns erziehen

Pflichten die sich für uns daraus ergeben:

  • die Eltern respektieren
  • zuhören
  • Regeln einhalten
  • auch den Eltern Freiraum gewähren
  • Zeit mit den Eltern verbringen

Recht auf Bildung

Wir haben das Recht auf

  • kostenlosen Schulbesuch
  • Unterstützung und Hilfe der Lehrer
  • die Mitsprache auf welche Schule ich gehen möchte
  • (die Leistungen müssen jedoch entsprechend sein)
  • auf die Vorbereitung zum eigenständigen Leben
  • vorurteilslose Religionszugehörigkeit

Daraus ergeben sich jedoch auch Pflichten für uns:

  • Die Schule besuchen
  • Mich am Unterricht beteiligen
  • Mich an die Schulregeln halten
  • Mich auf Proben vorbereiten
  • Freundlich mit den Mitschülern umgehen
  • Mitschüler nicht bei der Arbeit stören
  • Akzeptanz gegenüber Ausländern und anderen Religionszugehörigkeiten

Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe

Ich habe das Recht

  • auf Freizeit, in der ich mich austoben kann
  • in dieser Zeit Dinge zu tun, die mir Spaß machen z.B. Musik hören, lesen,
    basteln, malen, etc.
  • mich mit meinen Freunden zu treffen
  • mir meine Freunde selbst auszusuchen
  • auf ein eigenes Zimmer, in das ich mich zurückzuziehen kann
  • meine Ruhe zu haben, wenn ich es will
  • mit Spielen und Bastelsachen zu beschäftigen
  • nicht gestört zu werden, wenn ich spiele
  • in Ruhe gelassen zu werden, wenn ich alleine sein will

Das heißt aber auch

  • dass ich andere Kinder in ihrer Freizeit nicht störe oder ärgere, beispielsweise
    wenn diese spielen oder lesen
  • dass ich die anderen Kinder in Ruhe lasse, wenn diese allein sein wollen
  • dass ich mit Spielen und Bastelsachen  angemessen umgehe und diese nicht kaputt mache